Das reine Zinn ist zu weich und muss zur Herstellung von
Gegenständen legiert werden.
Die Legierung unterscheidet sich je nach Epoche und Region.
Vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert wird die Kennzeichnung
von Zinn reglementiert.
Es sind zunächst ausschließlich die Zünfte,
welche die Qualität des Zinns kontrollieren.
Schon zu dieser Zeit wird in erster Linie der hohe Bleianteil
der Legierung beanstandet.
Drei verschiedene Zinnqualitäten sind in dieser Epoche
zu verzeichnen:
° Das „feine” Zinn, zu 90 % rein mit Antimon-
und rotem Kupferzusatz
°
Das „gewöhnliche” Zinn mit einem hohen Bleianteil
(10 bis 20 %)
°
Das „tote” Zinn oder „helle Stoff” mit
einem sehr hohen Bleianteil (30 bis 40 )
Das „feine” und „gewöhnliche” Zinn
wird für Eß- und Trinkgeschirr verwendet, das „tote” Zinn
für Gegenstände wie Kerzenständer, Petroleumlampen
etc.
1976 wird in Frankreich per Gesetz festgelegt, dass die
Legierung zu 82 % aus Zinn bestehen muss. Dies betrifft allerdings
ausschließlich die dekorativen Gegenstände (daher
stammt auch die Bezeichnung “Dekorationszinn“ oder
ganz einfach “Zinn“).
Eß- und Trinkgeschirr muss nun einen Zinnanteil von
mindestens 90 % aufweisen.
Heute verbietet eine Norm der Europäischen Union und
der USA den Zusatz von Blei und Cadmium:
DL 25/1/92 N.108 dir.Cee 89/109 - EN 611-2
Sowohl unsere dekorativen Produkte als auch unsere Gebrauchsartikel
bestehen zu 95 % aus Zinn und zu 5 % aus Antimon und Kupfer.
Sie erfüllen somit die Auflagen dieser Norm.
“Kleine Tricks” um die Qualität des Zinns
zu erkennen:
. Nehmen Sie den Gegenstand vorsichtig in die Hand, und
tippen Sie ihn mit dem Fingernagel an. Ist der Klang kristallklar,
handelt es sich um Zinn von hoher Qualität. Ist der
Klang matt, besteht der Verdacht, dass die Legierung einen
hohen Anteil an Blei enthält.
. Halten Sie den Gegenstand an Ihr Ohr, und rollen Sie den
gezahnten Rand eines Geldstücks (zum Beispiel eine 2-Euro-Münze)
mit festem Druck über die Oberfläche. Ähnelt
das erzeugte Geräusch einem “Knirschen”,
handelt es sich um gute Qualität.
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